Die Wirkstoffe Sesquiterpene und vorrangig Cadinol sind in dem ätherischen Öl der Ringelblume enthalten und werden in Form einer Salbe bei Wunden und Entzündungen aufgetragen. Die Wirkungsweise ist antibakteriell und entzündungshemmend wodurch sich das Ringelblumenöl ausgezeichnet als Desinfektionsmittel auf Wunden eignet wo Eiterungsgefahr besteht. In diesen Eigenschaften weist die Ringelblume große Ähnlichkeiten zur Amika auf. Man kann sie nicht nur auf Wunden sondern auch auf Prellungen, Furunkeln und Ausschlägen anwenden. Auch in der Kosmetikbranche hat sie sich als pflegende Hautcreme sehr bewährt.
Wenn man die Blüten zerquetscht und zu einem gleichen Teil Ziegenbutter hinzugibt, erhält man Ringelblumenbutter, die in der Volksmedizin sehr beliebt ist. Man kann sie ebenfalls gegen Wundentzündung auftragen aber auch zur inneren Anwendung verwenden. Sie lindert Entzündungen in der Mundschleimhaut und im Rachenbereich und kann Bauchschmerzen eindämmen. Zudem hilft sie bei Muskel- und Gelenkschmerzen.
Frauen, die mit einer unregelmäßigen Periode konfrontiert sind können die Ringelblume als Tee zu sich nehmen. Man trinkt ihn eine Woche vor dem eigentlichen Termin zweimal am Tag Die richtige Dosierung sind hier drei Esslöffel der Blütenblätter zu einem Liter Wasser. Die Blätter hingegen können, wenn sie frisch sind auf Warzen zerrieben werden und sollen diese zum Verschwinden bringen. Für einen sichtbaren Erfolg muss man die Behandlung täglich durchführen.
Wenn man eine Ringelblumentinktur anrühren will, muss man fünf bis sieben gehäufte Esslöffel der Blüten in gutem Brandwein ausziehen. Sie werden dann, nachdem sie drei bis vier Wochen in der Mischung verweilen, abgeseiht. Die Tinktur hilft nach einem Sonnenbrand zur Bildung neuer Haut.
Im klinischen Alltag wurden allerdings zunehmende Kontaktallergien des Reaktionstyps IV nach Coombs und Gell beobachtet. Bestandteile der Ringelblume werden nach dem Auftragen auf offenen Wunden und bei chronisch vinöser Insuffizienz von der Haut aufgenommen und im Immunsystem entsprechend zum Allergen prozessiert. Die Anzeihen einer solchen Allergie sind eine Rötung, Nässung oder Juckreiz auf den entsprechenden Stellen. Es kann auch zum Brennen, zur Schuppung und zur Krustenbildung kommen, weshalb große Krankenhäuser oft davon absehen eine Ringelblumensalbe zur Behandlung von Wunden zu verwenden.
